Kongress-Historie: Die Kongresse von 2000 bis 2010

Die IVG: Über die Kongresse von 2000 bis 2010

Der Internationalen Vereinigung für Germanische Sprach- und Literaturwissenschaft, die 1951 in Florenz gegründet wurde, gehören Wissenschaftler an, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Germanistik zu fördern.
Unter dem Begriff Germanistik sind folgende Sprachen zusammengefasst:

  • Deutsch
  • Niederländisch
  • Friesisch
  • Afrikaans
  • Die skandinavischen Sprachen
  • Jiddisch

Alle fünf Jahre findet ein Kongress in wechselnden Nationen statt.

Der Kongress 2000: „Zeitenwende – Die Germanistik auf dem Weg vom 20. in 21. Jahrhundert“

IVG Kongress 2000 in WienDer X. Kongress des IVG in Wien, der vom 10. bis 16. September 2000 unter Leitung von Peter Wiesinger statt fand, war von einer politischen Kontroverse überschattet. Schuld daran war die FPÖ, die mit Jörg Haider an der Regierung im österreichischen Parlament beteiligt war. Auf Grund dieser Tatsache sagte die jiddische Sektion komplett ihre Teilnahme an dem Kongress ab. Trotz dieser Querelen nahmen etwa 1000 Germanisten und Germanistinnen aus aller Welt an diesem Kongress teil.
Unter dem angegebenen Motto standen neben traditionellen und fortschrittlichen Themen auch Programmatisches und Grundsätzliches zur Debatte. Die Kongressteilnehmer hatten über 600 Vorträge in 26 Sektionen dazu noch 3 Diskussionsrunden zur Auswahl.
In einer abschließenden von der Vollversammlung verabschiedeten Resolution an die Europäische Union wurde angeregt, der deutsche Sprache als Amtssprache innerhalb der EU mehr Gewichtigkeit zu verleihen.

Der Kongress 2005: „Germanistik im Konflikt der Kulturen“

Präsident des XI. Kongresses des IVG, der vom 28. August bis 03. September in Paris statt fand, war Jean-Marie Valentin. Etwa 800 Vorträge standen den über 700 Mitgliedern aus mehr als 50 Ländern zur Auswahl bereit. Mehrheitlich kamen die Wechselbeziehungen der Kulturen, insbesondere die Differenzen im deutsch-jüdischen Dialog, zur Sprache.
Ein weiteres Augenmerk lag auf der Tatsache, dass in den westlichen Staaten allgemein das Interesse an Germanistik stagniert. Es kamen deshalb Überlegungen auf, ob der Schwerpunkt der Germanistik zukünftig im Osten Europas anzusiedeln sei.
Diese Überlegungen wurden noch dadurch bestärkt, das für die Zeit von 2005 bis 2010 die Präsidentschaft des IVG an den Warschauer Germanistik-Wissenschaftler Franziszek Gruscza überging.

Der Kongress 2010: „Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit“

IVG Kongress 2010 Universität Warschau

Unter Leitung des Führungsstabs des Warschauer Gelehrten Franciszek Gruscza fand vom 29. Juli bis 07. August der XII. Kongress des IVG in den Räumlichkeiten der Universität Warschau statt. Unter dem weitgespannten Motto wurde die quantitative als auch qualitative Dimension der Germanistik betont.
Der Präsidenten Franziszek Gruscza hatte in diesem Jahr eine große Herausforderung zu bewältigen, denn zu diesem weltweit beachteten Kongress reiste die bis dahin größte Zahl von Mitgliedern, etwa 2000, an. So ist es auch nicht verwunderlich, dass auch die Zahl von über 1200 Vorträgen auf 60 Sektionen verteilt einen Rekord darstellte. Die meist genannten Wörter in diesen Vorträgen waren Heimat, Erinnerung, Interkulturalität und Migration. Dies verdeutlicht das Bestreben der Germanistik international noch grenzoffener zu werden.
Ein multimediales Rahmenprogramm, in dem unter anderem der Grimm-Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes verliehen wurde, vervollständigten den Kongress.

Der XIII. Kongress fand 2015 in Schanghai/China statt und für 2020 ist der XIV. Kongress in Palermo/Italien in Planung.