Leistungsdruck: Der Stressfalle entkommen

Stress bis hin zum Burnout-Syndrom macht sich auch an den Universitäten breit. Insbesondere die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge hat in vielen Fächern erhöhten Leistungsdruck zur Folge. Doch was können Sie gegen den Stress tun, wenn Sie die Prüfungen nun einmal absolvieren müssen?

Lernstress im Studium

Bologna und der Druck des Arbeitsmarkts

Der Bologna-Prozess sollte das Universitätswesen eigentlich verbessern: Viele Studiengänge mussten sich bis dahin den Vorwurf gefallen lassen, realitätsfern zu sein und zu viel unnützes Wissen zu vermitteln. Die Reform hatte weitreichende Folgen, die den Alltag an den Hochschulen auch heute noch dominieren. Straffere Lehrpläne und strengere Vorschriften bezüglich der erlaubten Studienzeit sollten die Probleme der alten Studiengänge beseitigen.

Die Umstellung brachte jedoch auch unangenehme Nebeneffekte mit sich – einer davon ist der erhöhte Stress für Studierende, der auch vor den Geisteswissenschaften keinen Halt macht.

Hinzu kommt die angespannte Lage des Arbeitsmarkts. „Fachkräfte werden händeringend gesucht“, heißt es immer wieder; doch diese Aussage trifft selten auch auf SprachwissenschaftlerInnen, LinguistInnen und GermanistInnen zu. Da ihr Berufsweg nicht zwingend vorgezeichnet ist, müssen sie sich spätestens am Ende des Studiums mit der Frage beschäftigen: In welche Richtung soll es in der Praxis gehen? Damit ist für viele Studierende große Unsicherheit verbunden, die sich ebenfalls auf die individuelle Belastung auswirkt.

Stress und seine Folgen

Psychologen unterscheiden beim Stress zwischen Beanspruchung und Belastung. Die Belastung beschreibt die Summe der Faktoren, die von außen und innen auf Sie einwirken. Je mehr Ressourcen Sie besitzen und je widerstandsfähiger („resilienter“) Sie sind, desto besser können Sie diese Einflüsse abpuffern. Daraus resultiert die subjektive Beanspruchung.

Arbeit am LaptopStress wirkt sich nicht nur auf die Psyche aus, sondern auch auf dem gesamten Körper. Beispielsweise steigert das Immunsystem unter Stress zunächst seine Aktivität. Bei Dauerstress sind jedoch Beschwerden wie Muskelschmerzen, Rückenprobleme, Kopfschmerzen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen möglich. Schlafstörungen, die ebenfalls auftreten können, verstärken diese und andere Probleme oft noch weiter.

Psychisch fühlen Sie sich unter erhöhten Stress möglicherweise überfordert, müde und hilflos. Auch der Appetit kann unter Stress leiden. Darüber hinaus begünstigt Stress im Studium die Entstehung oder Rückkehr von psychischen Erkrankungen wie der Depression oder Essstörungen. Zögern Sie in diesem Fall nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Stress bewältigen: Was hilft?

Um Stress zu bekämpfen, müssen Sie ihn zunächst erkennen. Jeder Mensch hat individuelle Signale, die Sie als Warnzeichen deuten können. Wenn Sie sich gut beobachten, lernen Sie mit der Zeit, den Stress schon früh zu enttarnen – so können Sie rechtzeitig dagegen vorgehen.

Auch wenn der Lernstoff Ihnen über den Kopf wächst, sollten Sie sich regelmäßige Lernpausen gönnen. Diese sind sogar für die Lernleistung an sich hilfreich, denn Ihr Gehirn speichert den Lernstoff mit Pausen besser ab als ohne Pausen.

Schalten Sie ab – nicht nur bei einem Kaffee mit der besten Freundin, sondern auch Ihr Handy, den Facebook-Account und andere Medien, die Sie berieseln, ablenken und zusätzlich stressen können. Im Alltag haben viele kleine Maßnahmen großes Potenzial: Etablieren Sie Routinen und halten Sie sich an Ihren Lernplan. Lernen Sie mit Freunden und schaffen Sie einen Ausgleich – Sport ist dazu besonders gut geeignet.

Viele Hochschulen bieten inzwischen spezielle Kurse an, in denen Sie sich effiziente Lernstrategien aneignen können oder praktische Anleitungen zur Stressbewältigung erhalten. Auch bei Ihrer Krankenkasse können Sie sich nach Stress-Management-Kursen erkundigen.