Germanistik – mehr als nur eine Sprache…

Begriffsdefinition

Unter Germanistik versteht man allgemeingültig eine akademische Disziplin. Diese gehört zu den sogenannten Geisteswissenschaften. Es geht dabei um das Erforschen, Dokumentieren und Vermitteln der deutschen Sprache und Literatur. Die historischen und gegenwärtigen Formen der Erscheinung werden dabei beachtet. Weiterhin erforscht sie die Sprache der Germanen mit den dazugehörigen Kulturen und Literaturen.

Die moderne Germanistik beinhaltet drei Fächer. Das sind die Germanistische Linguistik, die Neuere deutsche Literatur sowie die Germanistische Mediävistik.

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Germanistische Sprachwissenschaft

Diese wird auch als Germanistische Linguistik bezeichnet. Sie führt die Untersuchung der deutschen Sprache durch. Dabei konzentriert sie sich sowohl auf die Historik als auch auf die Beziehungen der Funktionen von einzelnen Systemen der Sprache. Sie beinhaltet alle Stufen der Sprachen der Deutschen. Sie beginnt beim alten Hochdeutschen von 8. bis zum 11. Jahrhundert. Daraufhin folgt das Mittel- und Frühneuhochdeutsche (11. – 14. Jhd. und 14. – 17. Jhd.). Schlussendlich folgt dann das Neuhochdeutsche, welches ab dem 17. Jahrhundert beginnt.

Außerdem analysiert die Germanistische Linguistik die deutsche Sprache. Beachtet dabei allerdings unterschiedliche Aspekte und Formen der Erscheinung.

Germanistische Literaturwissenschaft

Diese gliedert sich in zwei verschiedene Abteilungen. Das ist die sogenannte „Alte Abteilung“ und die „Neue Abteilung“. Erstere befasst sich mit der Literatur in deutscher Sprache. Der Beginn ist das Frühmittelalter bis hin zur Neuzeit. Sie wird heutzutage als Mediävistik bezeichnet. Die „Neue Abteilung“ beschäftigt sich mit der „Neuren deutschen Literatur“. Diese beginnt ab dem 16. Jahrhundert.

Die Literaturwissenschaft führt Untersuchungen zum Thema Gattung, Form, Stoff und Motiv durch. Dazu zählt auch Autor und Epoche.

Das Studium der Germanistik

Beim Studiengang Germanistik befassen sich die Studenten mit der deutschen Sprache. Dabei behandeln sie die Inhalte von der Vergangenheit bis in Gegenwart mit wissenschaftlichen Methoden.

Beschreibung und Inhalte des Studiums

Das Studium beginnt mit einer Einführung in die drei Schwerpunkte der Germanistik. Das sind erstens die Neuere deutsche Literatur, zweitens die Ältere deutsche Literatur und drittens die Linguistik.

Vor dem Antritt des Studiengangs entscheidet man sich, ob man mit einem Staatsexamen oder einem Bachelor abschließen möchte. Aber egal für welchen Weg man sich entscheidet, man wird viel lesen. Das Gelesene sind meist Gedichte, Romane und Erzählungen. In Seminaren und Kursen finden dann Analysen und Besprechungen statt.

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In den Anfangssemestern wird den Studenten die Vorgehensweise erläutert. Sie erlernen Methoden und Begriffe. Mit denen führen sie wissenschaftliche Untersuchungen der Texte und Sprache durch. Im weiteren Verlauf kann man dann eine Spezialisierung vornehmen. Das heißt man wählt ein Schwerpunktfach aus.

Während des Studiums sollte man berufliche Praxis sammeln. Das kann man am besten in einem Praktikum. An den meisten Universitäten ist auch ein Pflichtpraktikum vorgeschrieben.

Vorkenntnisse – das sollte man mitbringen

Ein gewisses Interesse für die deutsche Sprache sollte man in jedem Fall mitbringen. Man sollte ebenfalls bereit sein, mit der Literatur zu arbeiten. Die wissenschaftliche und gewissenhafte Arbeit steht bei diesem Studium im Vordergrund, dessen sollte man sich bewusst sein. Eine gewisse Offenheit gegenüber Schriften mit hohem Anspruch und Trockenheit sollte man aufweisen können. Ansonsten wird man an dem Studium keinen Spaß haben.

Berufliche Chancen

Der Germanistik-Absolvent ist ein Allrounder. Er ist vielseitig einsetzbar und kann in folgenden Bereichen untergebracht werden – in Branchen in denen viel kommuniziert wird, in der Informationsbeschaffung, in der Sprachforschung und im Journalismus. Wenn man den Abschluss des Staatsexamens wählt, kann man als Lehrer tätig werden.

Über die IVG

Innovative Forschungsarbeit im Bereich der Sprach- und Literaturwissenschaften auf internationaler Ebene

Die IVG ist eine Vereinigung für Zusammenarbeit im Bereich der Germanistik. Sie arbeitet auf internationaler Ebene und an ihr partizipieren Einrichtungen der Bereiche Literatur- und Sprachwissenschaft aus dutzenden Ländern. Bis zum letzten Kongress der Vereinigung, welcher in Shanghai im Jahr 2015 stattgefunden hat, waren es 69 verschiedene.

Sprachlich umfasst der Begriff Germanistik die Afrikaans, Niederländisch, Friesisch, Deutsch und Jiddisch. Dies bestimmt auch zum großen Teil die geografische Ausbreitung der IVG.

Gründung, Sitz und Kongresse

Die IVG wurde in Florenz gegründet. Das geschah im Jahre 1951 und seitdem trägt die Organisation große Kongresse aus. Sie finden alle fünf Jahre statt. Diese Kongresse sowie die Forschungsarbeit, die im Vorfeld jeden Kongresses und daraufhin folgen, dienen dem konstruktivem internationalen Austausch in vielen Bereichen.

Der letzte Kongress fand 2015 in Shanghai statt, der Kongress davor in Warschau im Jahr 2010. 2020 folgt der Kongress in Palermo, Italien.

Netzwerke von Personen und Einrichtungen innerhalb der IVG

Die Förderung von internationalem Austausch und der Freundschaft zwischen verschiedenen Kulturen erreicht die IVG durch das Kreieren, Pflegen und Ausbreiten von Netzwerken. Sie schließen einzelne Personen wie auch Organisationen in den entsprechenden Fachbereichen mit ein.

Aus den Netzwerken erfolgen unterschiedliche, konkrete Unternehmungen. Zum Beispiel wird das Erlernen germanischer Sprachen und Literatur an verschiedenen Universitäten auf der ganzen Welt gefördert.

Ein innovatives Verständnis von Sprach- und Literaturwissenschaften

In erster Linie fungiert die IVG als eine Forschungsinstitution. Sie umfasst auf der einen Seite die Sprachwissenschaften und der andere Schwerpunkt ist Literatur. Beide Fachrichtungen werden jedoch in einem sehr breitem Kontext betrachtet. Sie werden verstanden als Widerspiegelung von vielen anderen wichtigen Themen mit globaler kultureller Bedeutung.

Der Austausch im Bereich der Sprachwissenschaft ist also auch als ein Austausch in vielen Bereichen anzusehen.

Es wird Erfahrung im Sinne der Ausbreitung von Innovationen zwischen den verschiedenen Ländern ausgetauscht.

Die Teilnahme der so genannten Entwicklungsländern an der IVG ist von entscheidender Bedeutung. Zhu Jianhua, ein berühmter chinesischer Germanist, betonte bei der Eröffnungsrede des letzten Kongresses folgendes: „Die Durchführung des Kongresses in Shanghai sowie die Arbeit der IVG dort, vor Ort, sind als Anerkennung der Politik, der Reformen und Offenheit zum Rest der Welt von China zu betrachten“.

Forschung Bücherregal

Neben Jianhua hielten mehrere, breit anerkannte Germanisten aus Deutschland und China, innerhalb des Kongresses jeweils einen Vortrag.

Die Integration der so genannten Entwicklungs- und Schwellenländern stellt den eigentlichen Beitrag der IVG zur nachhaltigen Weltentwicklung im Sinne des Friedens dar.

Die IVG zeigt weiterhin während ihrer letzten Kongresse, dass sie innerhalb der Kulturwissenschaften eine immer wichtigere Rolle spielen will. Das schafft die Vereinigung dadurch, dass sie fachliche Brücken zu anderen wissenschaftlichen Bereichen schlägt.

Ein Beispiel dafür ist das Einschließen der Sektion Kulinaristik im Ablauf des letzten Kongresses.

Unterstützung und Anerkennung durch andere Organisationen

Auf dem letzten Forum wurde auch die Unterstützung deutlich, welche die IVG auf offiziellem Niveau bekommt. Innerhalb der Eröffnungszeremonie sprachen die Repräsentanten von vielen anderen politischen und kulturellen Einrichtungen. Das waren unter anderem Redner der Alexander von Humboldt-Stiftung, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, und des Goethe-Instituts.

Weitere offizielle Teilnehmer waren der Botschafter von China in Deutschland, der stellvertretende Generalkonsul von Deutschland in Shanghai, sowie die Generalkonsule von Deutschland, Österreich und Luxemburg in Shanghai.