Ein Bericht

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Kongress der IVG in Shanghai 2015

Der Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (kurz IVG) fand in 2015 in Shanghai statt. Er wird alle 5 Jahre veranstaltet und fand zuvor bereits in Warschau, Paris, Wien, Vancouver und zahlreichen anderen Orten statt. Die IVG wurde bereits 1951 in Florenz gegründet. Der erste Kongress der Vereinigung wurde bereits vier Jahre nach der Gründung in Rom abgehalten. Das Ziel oder vielmehr der Zweck dieser Vereinigung besteht in der Förderung der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Germanistik.

Darum kennzeichnet der IVG Kongress in Shanghai ein neues Kapitel in der internationalen Germanistik

Erstmals wurde der IVG Kongress in China abgehalten, in der Vergangenheit wurde dieses Zusammentreffen allerdings schon rund um den Erdball abgehalten. China gehörte bisher jedoch noch nicht zu den glücklichen. Vom 23. Bis 30. August trafen sich die Mitglieder in der Tongji Universität der Stadt um diverse Vorträge zu besuchen. Es gab zusätzlich diverse Diskussionen zu unterschiedlichen Themengebieten wie beispielsweise „Goethe und Konfuzius – deutsche und chinesische Sicht der Vielsprachigkeit“. Es ist schwer zu sagen, welcher der Vorträge oder welche Diskussion als besonders bemerkenswert zu verzeichnen ist, da sie alle unterschiedliche Facetten der Germanistik behandelten.

Neben den interessanten Themen des Kongresses ist der Kongress in Shanghai aber auch aus einem anderen Grund hervorzuheben. Es ist nicht nur China erstmals der Ausrichter des Kongresses, auch der Präsident der Internationalen Vereinigung für Germanistik war mit Prof. Dr. Zhu Jianhua erstmals ein Chinese. Er studierte Germanistik an der Tongji Universität und hatte sich seit dem Beitritt zum chinesischen Germanistenverband in der IVG eingesetzt. Während des IVG Kongresses 1985 in Göttingen war er gerade Doktorand an der Universität in Bochum und konnte zu seinem Leidwesen nicht am Kongress teilnehmen. Aber auch aus der Entfernung hatte er einiges mitbekommen können, was seine Passion für die Germanistik nur noch weiter stärkte.

Schon damals fand der den Kongress sehr beeindruckend und auch 2015 setzte er in Shanghai wieder neue Maßstäbe. Mehr als 1200 Germanisten aus über 69 verschiedenen Ländern weltweit nahmen an dem Zusammentreffen teil. Die Vorträge sind dabei nur ein Teil der Veranstaltung. Gleichzeitig bietet der Kongress auch immer die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und Ideen mit anderen Mitgliedern zu besprechen.

In der Abschlussdiskussion des Kongresses wurden nochmals diverse Anregungen und Ideen für die Zukunft der internationalen Germanistik dargelegt. Mit ihr endete auch die Amtszeit Zhus und mit Prof. Auteri wurde eine neue italienische Präsidentin gewählt. Ihr Vize-Präsident wurden der Däne Prof. Krogh sowie der Schweizer Prof. Nielaba.